Die ersten Europäer erreichten mit den Portugiesen gegen Ende des 15. Jahrhunderts Ostafrika, wo sie sofort im 16. Jahrhundert versuchten ein
Handelsmonopol zu errichten. Die Folge war, dass Widerstände der Küstenstädte auflebten, die erbarmungslos unterdrückt wurden, dass viele
Städte verarmten und Araber auswanderten. Im 17. Jahrhundert kam große Konkurrenz im europäischen Ostindienhandel auf, als Holländer,
Engländer und Franzosen, die mit ihren Schiffen schneller als die Portugiesen waren und keinen Zwischenstopp mehr in Ostafrika benötigten,
das Handelsimperium Portugals zerstörten.
Im 18. Jahrhundert stieg daraufhin der Einfluss Arabiens mit Namen der Omani, die den Handel auf Zanzibar und in Mombasa wieder aufleben
ließen und Karawanen nach Innerafrika entsandten. Be- sonders der Sklavenhandel blühte und übergroße Plantagen entstanden um Mombasa und
Malindi. Im 19. Jahrhundert kamen verstärkt Europäer nach Ostafrika; zum einen um Handelsstationen zu gründen - zum anderen, um das
Landesinnere zu "entdecken" und "die Barbaren zu zivilisieren".
Anfangs galt den Briten das Gebiet des heutigen Kenia nur als Transit nach Uganda, wo ein weitaus größeres wirtschaftliches Potential vermutet
wurde. Aus diesem Grund wurde die Ugandabahn von Mombasa bis zum Viktoriasee im Jahre 1901 fertiggestellt, was weitreichende
Konsequenzen für das heutige Kenia bedeutete. Weißen Siedlern wurden zwischen 1905 und 1917 riesige Ländereien im Mount Keniagebiet
überlassen, da dort ein angenehmes Klima herrschte und fruchtbares Land zu finden war. Auch die Hauptstadt wurde 1907 von Mombasa nach
Nairobi verlegt.

Wenn man mehr Zeit oder weniger Geld zur Verfügung haben sollte, ist die Eisenbahnlinie zu empfehlen. Die Strecke Nairobi-Mombasa und umgekehrt wird
allabendlich bedient. Allgemein wird gesagt die Eisenbahn sei das einzige was in Kenia pünktlich sei. Meine Erfahrungen sind andere, zweimal auf dieser
Streckegefahren hatte der Zug erhebliche Verspätung, man sollte also großzügig planen wenn man z.B. einen Anschlußflug in Nairobi erreichen will.Gemächlich
tukkert die Lok durch das Land und überwindet dabei einen Höhenunterschied von fast 1500m. Die Atmosphäre ist kolonialangehaucht. Im Speisewagen stehen
dem Fahrgast verschiedene Menüs zur Auswahl. Die Bahn hat drei verschiedene Klassen wobei die Klassenzwei oder eins, mit Schlafwagen, zu empfehlen sind.
Zwischen der zweiten und ersten Klasse gibt es nur einen Unterschied, [Mietwagen] dies ist die Belegung der Abteile mit vier in der zweiten bzw. zwei Personen in
der ersten Klasse. Wer Kontakt nicht scheut oder mit Freunden verreist kann die günstigere zweite Klasse buchen. Die zweite Klasse ist eine sehr gute Möglichkeit
Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen!

Die Zugreise ist eine bequeme und relativ preiswerte Reisemöglichkeit. Täglich verkehren Züge von Kenya Railways zwischen Mombasa und Kisumu. Jeden Abend
begeben sich zwei Züge von Nairobi auf die 12-stündige Reise nach Mombasa. Es gibt Fahrkarten 1., 2. und 3. Klasse. In der 1. Klasse gibt es Zweierabteile mit
Klappbetten und Waschbecken. Die 2. Klasse hat bei gleicher Ausstattung Viererabteile, und die 3. Klasse verfügt nur über Sitzplätze. Bettzeug bekommt man für
einen kleinen Aufpreis. Es gibt einen Speisewagen, der zu sehr moderaten Preisen Abendbrot und Frühstück anbietet. Es ist ratsam, für die 1. und 2. Klasse einige
Tage im voraus zu reservieren, entweder über ein Reisebüro oder direkt am Bahnhof.

Im Zuge der Industrialisierung Europas und mit der damit verbundenen Nachfrage nach Rohstoffen, vergrößerte sich der Drang Europas nach
Afrika, wo ein wahrer Schatz an Rohstoffen vermutet wurde. Dieser Drang gipfelte in der Berliner Kongo - Konferenz (1884), als Afrika
aufgeteilt und das heutige Kenia zum British East Africa wurde.
Anfangs galt den Briten das Gebiet des heutigen Kenia nur als Transit nach Uganda, wo ein weitaus größeres wirtschaftliches Potential vermutet
wurde. Aus diesem Grund wurde die Ugandabahn von Mombasa bis zum Viktoriasee im Jahre 1901 fertiggestellt, was weitreichende
Konsequenzen für das heutige Kenia bedeutete. Weißen Siedlern wurden zwischen 1905 und 1917 riesige Ländereien im Mount Keniagebiet
überlassen, da dort ein angenehmes Klima herrschte und fruchtbares Land zu finden war. Auch die Hauptstadt wurde 1907 von Mombasa nach
Nairobi verlegt.
Als am 20. Dezember 1901 im damals zu Uganda gehörenden Port Florence,dem heutigen Kisumu,der letzte Schwellennagel in den Gleiskörper der sogenannten
Uganda-Bahn geschlagen wurde, war eine der ehrgeizigsten Pioniertaten in der Kolonialgeschichte des Kontinetes vollendet. Die Uganda-Bahn, die später bis nach
Kampala weitergeführt
wurde, verband den Victoriasee mit dem Indischen Ozean, Kisumu via Nairobi mit Mombasa, das Kenianische Hochland mit den seinerzeit bedeutsanmen
Handelsnetzen. Ohne Uebertreibung lässt sich sagen, dass der Bau der Uganda-Bahn für Kenia eine säkulare Zänsur bedeutete: die Wahnsinnsverbindung, markierte
für das Koloniale Kenia den Eintritt in die technische Moderne mit all ihren Verheissungen wie Zumutungen. Selbst die sozial-ethnischen Verhältnisse des Landes
wurden durch die Minderheit der in Kenia verbleibenden indischen Kontraktarbeiter auf immer verändert.


Zwei Parteien
wurden gegründet: die Kenya African National Union (KANU), als dessen Präsident in Abwesenheit Jomo Kenyatta gewählt wurde
und die Kenya African Dernocratic Union (KADU), aus der der heutige Präsident Daniel Arap Moi hervorgeht. 1961 wurde
Kenyatta aus der Haft entlassen, am 01. Juni 1963 eine erste afrikanische Regierung in Kenia gebildet, mit Jomo Kenyatta als ersten
Präsidenten. Am 12. Dezember 1963 übergab England endgültig die Macht und Kenia wurde ein unabhängiger Staat.
Dieser Staat begann vielversprechend und der Übergang von großen Ländereien weißer Siedler an afrikanische Kleinbauern verlief im
allgemeinen friedlich. Die KADU, deren Politiker zur siegreichen KANU gewechselt waren, löste sich auf. Die Hoffnungen des Volkes
aber auf eine gerechtere Ver- teilung oder gar einer von Kenyatta propagierten Variante des "afrikanischen Sozialismus" erfüllten sich
nicht.
Heute ist Kenia, in sieben Provinzen unterteilt, ein Land mit ca. 26 Millionen Einwohnern, die sich aus 41 ethnischen Gruppen bilden.
Das Bevölkerungswachstum ist mit 4% eines der höchsten der Welt und 50% der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre. Die
Alphabetisierungsrate liegt mit über 50% relativ hoch für ein Entwicklungsland, welches Kenia mit einer Schuldenlast von mehr als 5
Milliarden Dollar, als eines der 25 ärmsten Länder der Welt, immer noch ist. Die wichtigsten Ex- portgüter sind Sisal, Kaffee, Tee,
Sodaasche und Blumen. Der wichtigste Produktionszweig ist die Landwirtschaft mit 65% des Bruttosozialprodukts, derweil nur 20% des
Staatsgebietes landwirt- schaftlich genutzt werden. Hauptdevisenquelle ist der Tourismus mit ca. 1 Million Urlaubern jährlich.

Die Bauarbeiten begannen am 30.Mai 1896 in den Kaianlagen des Tiefseehafens von Kilindini in Mombasa; bereits seit 1891/92 waren
denkbare Varianten des Streckenverlaufes von Erkundungstrupps enlischer wie indischer Ingenieure und Trassierungsexperten erprobt und
verworfen worden. Für die Arbeiten, die auf heute kaum vorstellbare Hindernisse stiessen, holte die britische Kolonialverwaltung im
Laufe der Jahre etwa 10 000 indische Kontraktarbeiter-geschulte Fachkräfte wie ungelernte Arbeiter - ins Land, die überwiegend in der
indischen Punjab-Region rekrutiert wurden. Etliche dieser indischen Punjabi-Muslime blieben nach Fertigstellung der Bahnlinie im Land
manche in Diensten der Eisenbahngesellschaft, andere in selbständigen Berufen (Aerzte,Anwälte,Buchhalter), als Verwaltungsbeamte oder
Kleinunternehmer. Diese Minderheit der Indians, die später um Einwanderer vornemlich aus Goa ergänzt wurde, bereichert die kenianische
Gesellschaft nicht nur um eine neue ethnische Facette, sondern bedeuete fortan, was ihren sozialen Status wie ihre religiöse Praxis
betraf, etwas bis dato im Lande Unbekanntes. Bis heute bilden die keniaischen Indians ein gärendes Ferment innerhalb der sozialen
Schicht: enorm einflussreich, aber verhasst bei vielen Afrikanern.


Auch die Nachrichten über die unglaublichen Arbeitsbedingungen, über Unfallopfer, schikanöse Praktiken der Eisenbahngesellschaft wie
Repressalien gegenüber der einheimischen Bevölkerung liessen die Bahngesellschaft in einem immer zweifelhafteren Begründungszusammenhang
erscheinen. Die Uganda-Bahn ermöglichte, erstmals in der gesammten Region, grössere Truppenbewegungen in kurzer Zeit; sie forcierten die
Industrialisierung von Britisch-Ostafrika und sie war, indem sie die Reise von Europa bis ins kenianische Hochland von mehreren Monaten auf
eine Woche reduzierte, für die Besiedlung der Whith Highlandes von enormer Bedeutung. Das Stammland der Maasai wurde durch den Schienenstrang
ein für alle Mal zerschnitten; ein armseliges Warendepod wie Nairobi, das seine Existenz einzig den Bahnarbeiten verdankte /1899 errichteten
die Bautrupps hier eine Barackensiedlung), konnte schon 1907 zum Sitz der Kolonialverwaltung und später zur Hauptstadt avasieren.
Der Fortgang der Arbeiten wurde immer wieder durch gravierende Hindernisse unterbrochen, die Arbeiter waren manchen Heimsuchenden und Plagen
ausgesetzt. In der Nähe der Mackinnon Road rafften Malaria und Schlafkrankheit etliche Bahnarbeiter dahin; nördlich von Voi wüteten menschen-
fressende Löwen; Pocken-und Choleraepidemien dezimierte die Bevölkerung in den Baracken von Nairobi, wo unvorstellbare hygienische Verhältnisse
geherscht haben müssen; ab 1900 galt es, die Steilabhänge in der Region des Naivasha-Sees und im Rift Vally zu überwinden; schliesslich schlugen
eigens zum Schutz der Arbeiter rekrutierte Soltaten östlich von Kisumu Angriffe der rebellierenden Nandi erbarmungslos nieder.
Der Schienenstrang der Lunatic Railway legte um die Jahrhundertwende eine Blutspur quer durch das Land. Wer heute der
Eisenbahnromantik frönt,
sollte diese Hintergründe nicht ganz aus dem Blick verlieren.